Die Justierung eines vertikalen Kettenförderers ähnelt dem Stimmen eines Instruments. Ein Saiteninstrument mit schlampig gestimmten Saiten klingt möglicherweise matt und langweilig. Zu fest gespannte Saiten dagegen brechen. Ähnlich verhält es sich mit den Ketten an einem vertikaler Kettenförderer . Um Ihre Anlage sicher und störungsfrei zu betreiben, muss die Kettenspannung genau richtig eingestellt sein. Eine zu hohe Spannung führt zu schnellem Verschleiß der Komponenten. Bei zu geringer Spannung kann die Kette durchrutschen, springen oder sogar einen Stillstand verursachen.

Was geschieht, wenn ein vertikaler Förderer eingesetzt wird? Der Förderer hebt Materialien senkrecht gegen die Schwerkraft an – eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Kette fungiert als „Muskulatur“, die das Heben übernimmt; daher muss die Kette durch die Kettenräder in Position gehalten werden. Die korrekte Kettenspannung ermöglicht es den Zähnen der Kette, sich (und wieder zu lösen) in die Nuten des Kettenrads einzuhängen. Dadurch erfolgt eine reibungslose Übertragung der Leistung vom Motor auf die Last. Ist die Kette zu locker oder zu straff, geht Leistung verloren. Sobald die Komponenten an Leistung verlieren, beginnen sie, sich falsch miteinander zu berühren – was zu vorzeitigem Verschleiß, erhöhtem Energieverbrauch und möglichen Ausfällen führt. Die korrekte Kettenspannung ist die Grundlage für einen zuverlässigen Betrieb.
Hier wird ein Beispiel für ein übermäßig vereinfachtes Problemszenario beschrieben. Ein Problem mit einer zu lockeren Kette kann zu sogenanntem 'Chain Slap' führen, bei dem die Kette gegen das Förderbandgehäuse schlägt. Dieses Problem verursacht erheblichen Lärm und führt zu Schlagbeschädigungen sowohl an der Kette als auch am Gehäuse – im schlimmsten Fall sogar zu schweren Kettenbeschädigungen. Zudem kann ein unbehandeltes Problem zu einem 'Zahnüberspringen' führen, das dadurch entsteht, dass die Kette zu viel Spiel aufweist und sich insbesondere beim Anfahren und Anhalten vom Zahnrad lösen kann. Dadurch kommt es möglicherweise zu einem unvollständigen Eingriff der Zähne des Rades in die Buchsen der Kette, was entweder zu abrupten, ruckartigen Bewegungen oder gar zum vollständigen Stillstand des Förderbands führen kann. Im Extremfall sammelt sich eine stark gelockerte Kette am Fuß des Förderbandsystems zu einem massiven Verstopfungsgebilde, bis die Kette so stark beschädigt ist, dass sie nicht mehr gehalten werden kann. Letztendlich handelt es sich hierbei keineswegs um ein zu vernachlässigendes Problem, das Sie unbedingt vermeiden sollten.
Wenn Ketten übermäßig angezogen werden, verursachen sie dieselben oder sogar noch gravierendere Probleme wie zu lose Ketten. Eine übermäßige Anspannung der Kette erzeugt eine exzessive Zugbelastung sämtlicher Komponenten des Antriebsstrangs. Dadurch entsteht eine erhöhte Belastung aller einzelnen Glieder der Kette, was die Verschleißrate der Glieder beschleunigt; die Kette selbst kann sich dehnen oder reißen. Diese zusätzliche Belastung wirkt sich zudem auf die Kettenräder aus und beschleunigt den Verschleiß ihrer Zähne sowie den Verschleiß der Lager der Wellen. Werden die Lager überlastet, verschleißen sie rasch – im Extremfall können sogar die Wellen verbogen werden. All diese zusätzlichen Lasten erzeugen zudem zusätzliche Arbeit, die vom Motor aufgrund der durch die zu straffe Kette verursachten erhöhten Reibung verrichtet werden muss. Daher führt eine zu lose Kette zu einem einzigen, katastrophalen Ausfall, während eine zu straffe Kette einen langsamen, kostspieligen und verschleißbedingten Ausfall verursacht.
Wie erreichen Sie die perfekte Spannung? Es gibt keine einzige Messmethode, die in jeder Situation funktioniert. Die optimale Spannung hängt von der Länge Ihres Förderbands, der Belastung und dem Ketten-Typ ab. Ein Grundsatz bleibt jedoch stets gleich: Die Kette sollte so locker sein, dass sie leicht durchhängt, aber zugleich so straff, dass sie stets mit den Kettenrädern im Eingriff bleibt. Eine allgemeine Richtlinie besagt, dass der schlaffe Kettenstrang eine geringfügige Durchbiegung aufweisen sollte. Diese lässt sich messen, indem man etwa in der Mitte zwischen den beiden Kettenrädern auf den Kettenstrang drückt und die dabei auftretende Bewegung feststellt. Die Hersteller-Richtlinien geben den zulässigen Bereich für die Durchbiegung an; daher ist es stets empfehlenswert, als Ausgangspunkt die Bedienungsanleitung zu konsultieren.
Je besser die Qualität von Kette und Kettenrad ist, desto besser können sie Zugspannung bewältigen und handhaben. Renommierte Lieferanten, insbesondere für Präzisionsteile, verfügen über mehr als 10 Jahre Erfahrung und sind in der Lage, Komponenten mit sehr engen Toleranzen herzustellen. Das bedeutet, dass sowohl der Kettensteigungswert (Abstand zwischen den Gliedern) als auch das Zahnprofil des Kettenrads exakt aufeinander abgestimmt sind. Der Einsatz hochwertiger Präzisionsteile erleichtert das Erreichen und Aufrechterhalten der optimalen Spannung erheblich. Schlechte Komponenten weisen eine Reihe von Problemen auf, die eine korrekte Spannungseinstellung unmöglich machen und zu ungleichmäßiger Abnutzung sowie einem deutlich früheren Ausfall der Komponenten führen. Daher stellt die Verwendung qualitativ hochwertiger Komponenten den ersten und wichtigsten Schritt bei der Einrichtung eines zuverlässigen Spannsystems dar.
Die Kettenspannung ist keine einmalige Einstellung, die danach vernachlässigt werden kann. Ketten dehnen sich und verschleißen durch Gebrauch, wodurch die Spannung im Laufe der Zeit abnimmt. Daher ist es unbedingt erforderlich, regelmäßig entsprechende Kontrollen durchzuführen. Eine angemessene Routine umfasst eine visuelle Überprüfung der Kettenspannung. Einige Förderanlagen sind mit automatischen Kettenspannern ausgestattet; auch diese erfordern jedoch regelmäßige Kontrollen. Durch die Vermeidung einer schlaffen Kette lässt sich die gefährliche Phase des „Zahnübersprungs“ verhindern. Diese Kontrolle ist einfach durchzuführen und spart viel Zeit.
Die Spannungseinstellung erfolgt zunächst als Erstes. Befolgen Sie stets die Anweisungen des Herstellers bezüglich der zu verwendenden Schrauben. Üblicherweise werden hierzu die Schrauben im Motorraum gelöst, um den Motor zu verschieben und so die Schlaffheit der Kettenräder auszugleichen. Diese Arbeiten müssen von einem qualifizierten Ingenieur für das System vorgenommen werden. Erst danach – und ausschließlich dann – dürfen die Schrauben wieder angezogen werden. Überprüfen Sie die Spannung und halten Sie sie dabei konstant – nicht zu locker, aber auch nicht zu straff.
Bei Ihrem vertikalen Kettenförderer beginnt und endet die optimale Spannung damit, Ihre Anlage genau zu kennen – Ihre Anlage, Ihre Anlage und Ihre Anlage. Die richtigen Startkomponenten, eine durchdachte Ersteinrichtung sowie eine kontinuierliche, proaktive Wartung sind entscheidend. Ein erfahrener Lieferant, der den Wert hochwertiger Komponenten versteht und die Bedeutung fundierter Beratung erkennt, ist zweifellos ein großer Vorteil. Er unterstützt Sie dabei, die besonderen Anforderungen Ihres Förderers zu identifizieren und – hoffentlich – besser in die Lage zu versetzen, einen optimalen Betriebszustand langfristig aufrechtzuerhalten. Sobald Sie die richtige Spannung erreicht haben, wird Ihr vertikaler Förderer zu einem zuverlässigen und leistungsfähigen Arbeitstier für Sie.
Top-Nachrichten